Im Land der Azulejos findet man sie überall. In den Gärten, in den Kirchen, den Geschäften, Gebäuden, ja sogar um die Namen der Straßen zu schreiben. Zuerst hielten sie Einzug in die Gärten der vornehmsten Häuser, wie im Palácio de Queluz oder im Palácio Fronteira in Lissabon, wo sie zu einem authentischen Register der Gebräuche bei Hofe dieser Epoche wurden. Die Fassaden der Capela das Almas und der Kirche des Santo Ildefonso in Porto beeindrucken wegen ihrer vollständigen Verkleidung in Weiß-Blau und veranschaulichen wie auch die Heiligenbilder auf die Straße hinausgingen.
Nach dem großen Erdbeben von 1755 schien es wichtig die Häuser zu schützen. São Marçal löschte die Feuer, São Francisco de Bórgia vermied Erdbeben, Santa Bárbara besänftigte die Unwetter und Maria Empfängnis, Schutzherrin Portugals, schützte vor allen Übeln. Suchen Sie diese doch einfach einmal in den historischen Stadtvierteln wie etwa der Lissabonner Alfama.
In Massenproduktion hergestellt, leicht anzubringen und Wetter beständig, eroberten die Azulejos komplette Fassaden mit Rhythmen und Farben.
Besonders einfallsreiche Leute benutzten sie sogar, um bekannt zu machen, was sie im Inneren ihrer Geschäfte verkauften.
Leicht findet man kann sie in jeder größeren oder kleineren portugiesischen Stadt. Sollten Sie mit dem Zug unterwegs sein, dann achten Sie doch einmal auf die mit Azulejotafeln verzierten Bahnhöfe, wahre Kunstgalerien, die die regionalen Bräuche beschreiben. Besichtigen Sie den São Bento Bahnhof in Porto, in dem verschiedene Tafeln mit insgesamt 20.000 Azulejos die Geschichte der Eisenbahn sowie berühmte Ereignisse aus der Portugiesischen Geschichte erzählen.
Das Azulejo ist ein derart vielseitiger Artikel, dass er nach wie vor an öffentlichen Bauten in den modernsten künstlerischen Ausdrucksformen verwandt wird, wie etwa von Maria Keil, an der Straße, die unter dem Lissabonner Aqueduto hindurchführt, oder von Júlio Resende an der Abfahrt von der Dom Luís Brücke in Porto. Beide Künstler verwandten Azulejos, um mit ihrer Hilfe große Flächen an den Einfahrtspunkten in die Städte lebendiger zu gestalten.