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Marvão

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Nahe der spanischen Grenze, zwischen Castelo de Vide und Portalegre, liegt auf dem höchsten Punkt des São Mamede-Gebirges das beschauliche Städtchen Marvão.

Der Berg von Ammaia, wie er genannt wurde, verdankt seinen Namen der Tatsache, dass er im 9. Jahrhundert dem maurischen Krieger Ibn Marúan als Zufluchtsort diente. Die mehrere Jahrhunderte währende arabische Herrschaft endete, als hier auf dem Feldzug von 1160/66 zur christlichen Wiedereroberung unter Afonso Henriques, dem ersten König Portugals, ein weiterer Sieg errungen werden konnte.

In geografischer Hinsicht stellt Marvão eine natürliche strategische Verteidigungsstellung dar, da es von steilen Hängen im Norden, Süden und Westen begrenzt wird und nur von östlicher Seite, wo die Ortschaft entstand, Zugang bietet. Diese Tatsache war den Besatzern und Königen nicht gleichgültig, die sich seit jeher um die Verstärkung des Kastells und der Stadtmauern bemühten. Aufgrund seiner Lage spielte Marvão eine fundamentale Rolle in großen militärischen Konflikten, von denen hier der Kampf zwischen König Dinis und seinem Bruder Afonso (1299), die Krise der Dynastie von 1383 bis 1385, die Kriege zur Wiederherstellung der Unabhängigkeit (1640-1668), der Krieg der spanischen Thronfolge (1704-1712) oder die Kriege der Halbinsel genannt seien.

Die Bedeutung Marvãos wurde anerkannt, indem es 1266 von Sancho II. zur Stadt erklärt wurde. König Dinis erneuerte den Freibrief erstmals 1299 und im Jahre 1512 stellte König Manuel, der den Pranger errichten und das königliche Wappen im Rathaus anbringen ließ, einen neuen Freibrief aus.

Innerhalb der Stadtmauern findet man schöne Häuser im populären Architekturstil des Alentejo. In den schmalen Gassen Marvãos stößt der Besucher oft auf gotische Bögen, manuelinische Fenster, schmiedeeiserne Balkone, die die Häuser verschönern, und viele weitere Details in den ansonsten vom Granit dominierten Winkeln.

Von den Bauwerken wird man besonders das Kastell und die Stadtmauern in Erinnerung behalten. Außerdem sollen an dieser Stelle die in ein Museum umgewandelte Kirche Santa Maria, die Santiago-Kirche, die Renaissancekapelle Espírito Santo sowie das außerhalb der Stadtmauern nahe dem Stadttore gelegene Kloster Nossa Senhora da Estrela Erwähnung finden.

Einer der Hauptgründe für die Besichtigung des Städtchens ist die wunderbare Aussicht über die Region. Als Aussichtsplätze schlagen wir den hohen Bergfried und das Hotel Santa Maria vor. In dem aus der Umwandlung zweier Dorfhäuser entstandenen Hotel kann sich der Besucher erholen und Leckerbissen der regionalen Gastronomie kosten.

Das Fest der Kastanie im November bildet eine hervorragende Gelegenheit zu einem Besuch und zum Kennenlernen der Menschen und des lokalen Brauchtums.



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