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Top 10 der Kultur in Portugal

Mosteiro dos Jerónimos
Ort: Lisboa
Foto: arquivo Turismo de Portugal
Foto: arquivo Turismo de Portugal

Die portugiesische Kultur ist eng mit der geografischen Lage und dem geschichtlichen Verlauf des Landes verbunden. Portugal ist die älteste Nation Europas und war aufgrund ihrer Öffnung zum Meer prädestiniert für den Beginn der Entdeckungsfahrten. Das Kulturerbe Portugals wurde stark durch die Einflüsse Afrikas, Amerikas, Asiens und der Völker, die hier vor der Gründung lebten, sowie durch den liebevollen und gastfreundlichen Charakter der Portugiesen beeinflusst.                     

Weltkulturerbe
Portugal hat 17 Kernbereiche, die als Weltkulturerbe ausgewiesen wurden, und zu denen Monumente, historische Stadtzentren, Landschaften und immaterielles Kulturerbe gehören. In den „zugehörigen Inhalten“ erhalten Sie Informationen über jedes dieser Kulturerben.
Es sollte erwähnt werden, dass es vor der Klassifizierung von Sintra die Kategorie der Kulturlandschaft noch nicht gab. Diese wurde zum ersten Mal von der Unesco für das Gebirge und den Naturpark von Sintra mit üppiger Natur, durchzogen von Palästen und Gutshöfen, voller Geschichte und Kultur, angewendet. 

Azulejo (bemalte Kachel)
Diese Kacheln sind in der portugiesischen Architektur allgegenwärtig und in keinem anderen Land sind so viele Außen- und Innenräume von Häusern, Kirchen, Palästen, etc. mit Kacheln verkleidet. Die Produktion von Kacheln, ursprünglich von den Muslimen stammend, begann am Ende des 15. Jh. in Portugal und erlebte im 18. Jh. mit der Einführung der blau/weißen Kachel (Azulejo) ihren Höhepunkt.
Im Museu Nacional do Azulejo (Nationalmuseum für Azulejos) wird die Geschichte der Azulejo dargestellt. Aber wenn man mit dem Zug durchs Land fährt, Städte besucht oder in der Metro der Hauptstadt sich umschaut, stößt man bereits auf wunderschöne Exemplare dieser dekorativen Kunst.

Manuelinischer Stil
Als in ganz Europa gotische Kathedralen errichtet wurden, führte man in der portugiesischen Architektur und Bildhauerei Elemente ein, die vom Meer und von den Symbolen der königlichen Macht, wie die Armillarsphäre, inspiriert und als manuelinischer Stil bekannt wurden. Dieser Stil wurde so bezeichnet, da im Königreich von D. Manuel I (1495-1521) die großartige Epoche der portugiesischen Entdeckungen begann. Die eindruckvollsten Beispiele dieses Stils sind das Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymus-Kloster), der Torre de Belém (Turm von Belém), das Mosteiro da Batalha (Kloster von Batalha) und das Convento de Cristo (Christuskloster), aber Sie treffen im ganzen Land Konstruktionen und Dekorationen mit manuelinischen Elementen in Kirchen, Palästen, an Prangern und sogar in der zivilen Architektur an.

Barock
Der Barock ist Synonym für Prunk und Pracht, was besonders im Königreich von D. João V (1707-1750) ausgelebt wurde, als Gold und Edelsteine aus Brasilien ins Land kamen und der Export des Portweins begann. Diese Zeit wurde durch große Bauwerke gekennzeichnet, wie das Convento de Mafra (Kloster von Mafra), der Aquädukt Aqueduto das Águas Livres von Lissabon oder die Biblioteca da Universidade de Coimbra (Bibliothek der Universität von Coimbra), doch ist der Barock im ganzen Land präsent, wie in den Gotteshäusern, die mit vergoldeter Holzschnitzerei und Azulejos (bemalte Kacheln) ornamentiert sind. Im Norden Portugals ist der Barock stark mit dem Namen Nasoni verbunden, unter dessen Leitung, unter anderem, der Torre e Igreja dos Clérigos (der Turm und die Kirche der Geistlichen) in Porto oder der Palácio de Mateus (Palast von Mateus) in Vila Real errichtet wurden, aber Sie können den Barock auch in der prächtigen Sammlung des Museu dos Coches (Kutschenmuseum) in Lissabon entdecken.


Tavira ©Turismo do Algarve

Dörfer und Städte
Portugal ist für sein Kulturerbe und seine Architektur bekannt. Von den Städten des Weltkulturerbes heben sich besonders Viana do Castelo, Braga, Caminha, Barcelos, Ponte de Lima oder Amarante, im Norden, Viseu im Zentrum, sowie Santarém oder Setúbal, näher an Lissabon, Tavira und Silves an der Algarve oder Funchal auf Madeira und Ponta Delgada auf den Azoren hervor.
Während die Romanik des Nordens nachweist, dass hier Portugal entstanden ist, bezeugen die Grenzfestungen oder die historischen Dörfer im Zentrum Portugals die Geschichte von fast neun Jahrhunderten. Die Schieferdörfer oder die zahlreichen mit Mauern eingefassten Dörfer und Kleinstädte wie Óbidos, Marvão und Monsaraz sind nur einige der vielen Beispiele. Im Alentejo finden wir Marmor und Erdhäuser, mit Kalk gekälkt, ähnlich wie an der Algarve, wo die Häuser noch eine Dachterrasse aufweisen.
Es gibt viele zeitgenössische Architekten, die den Namen Portugals zur Ehre gereichen, stellvertretend für diese nennen wir die Preisträger des Pritzker-Preises: Álvaro Siza Vieira, ausgezeichnet mit diesem Preis im Jahr 1992, und Eduardo Souto de Moura, der diesen Preis 2011 erhielt.

Heilige Orte
Vom Norden bis zum Süden und auch auf den Inseln Portugals gibt es unzählige heilige Orte, die einen Besuch verdienen, aber der bekannteste von allen ist Fátima, mit dem Kult der gleichnamigen Heiligen. Unter den zahlreichen Stätten, die man aufzählen könnte, bestechen die Kathedralen, verteilt im ganzen Land, die fast alle aus der Gründungszeit Portugals stammen, aber auch die künstlerischen Bewegungen danach begleiteten. Abgesehen von den berühmtesten und am meisten besuchten Gotteshäusern lohnt es sich, den ländlichen Charakter der „Imperien“, verbunden mit den Festen „Festas do Espírito Santo“ auf den Inseln der Azoren, und noch die Feste „Senhor Santo Cristo dos Milagres“ auf der Insel San Miguel hervorzuheben.
Aus der Zeit der Mauren sind nur noch wenige Spuren des heiligen Kults übrig geblieben, aber das Stadtmuseum von Mértola, im Alentejo, bildet eine glorreiche Ausnahme und verdient einen Besuch. 
Glücklicherweise haben wir viele Spuren von anderen religiösen Glaubensformen, wie dem Judentum, mit mittelalterlichen Zeichen, die sich über das ganze Land ein wenig verteilen, wie in der antiken Synagoge von Tomar und besonders an der Grenze zu Spanien, insbesondere in Belmonte, Guarda, Trancoso und Castelo de Vide.


©Museu do Fado

Fado
Fado ist seit 2011 immaterielles Kulturerbe der Menschheit. Er war über viele Jahre mit dem Namen Amália verbunden, doch heute gibt es eine große neue Generation an Fadosängern; Mariza, Gisela João, Camané, Carminho oder Ana Moura sind nur einige der international bekanntesten Namen. 
Um Fado in seiner ganzen Tiefe zu fühlen, gibt es keinen besseren Platz als ihn in einem der Fado-Häuser bei Kerzenschein und mit der Emotion der Stimmen und der portugiesischen Gitarre zu hören. Das Museu do Fado (Fado-Museum), in Lissabon, ist auch ein guter Platz, um sich mit dieser so charakteristischen Musik Portugals vertraut zu machen.

Literatur
Portugal ist als ein Land der Dichter bekannt. Unsere Poesie begann zur selben Zeit, wie die Nation entstand, mit der Trobardordichtung, und sie erhob sich auf die höchste Ebene des Epos in der Renaissance mit der Veröffentlichung der Lusíadas, in dem Luís de Camões (1524-1580) die Taten der Portugiesen im Zuge der Entdeckungen besingt. Bereits am Anfang des 20. Jh. erwarb die Literatur universellere Züge mit dem Werk von Fernando Pessoa (1888-1935), der am meisten übersetzte portugiesische Dichter. Jedoch war es die Prosa von José Saramago (1922-2013), die den Nobelpreis im Jahr 1998 eroberte.

Feste und Festivals 
Portugal bietet besonders im Sommer unzählige traditionelle Feste, wie die in Viana do Castelo, Tomar, Campo Maior oder das Festa da Flor (Blumenfest) von Funchal, Madeira. Nicht zu vergessen die Santos Populares (Feste der Volksheiligen), die ihren Höhepunkt am 13. Juni in Lissabon und am 24. Juni in Porto erreichen.
Auf den Festivals wird Rock, Jazz, ethnische Musik ... also Musik jeder Musikrichtung gespielt und einige werden an so attraktiven Orten durchgeführt, die den Interpreten an nichts nachstehen. Wie zum Beispiel beim Festival do Sudoeste, von Paredes de Coura, beim Super Bock Super Rock und beim Festival Nos Alive.


Festas Santos Populares

Gastronomie
Portugal erlebt heutzutage eine authentische „Renaissance“ von Geschmacksrichtungen, wobei neue Küchenchefs traditionelle Produkte und Rezepte mit der zeitgenössischen Küche kombinieren. Fünf Ikonen unserer Gastronomie müssen hervorgehoben werden: der beste Fisch der Welt, die Cataplana (lebendiges Symbol der mediterranen Küche), der Portwein (unnachahmlich), die Pastel de nata (Puddingpastete - klösterliche Süßspeise), unsere Küchenchefs (die Tradition mit Innovation und Kreativität verbinden). Dies entspricht ebenfalls den Grundsätzen, warum die Unesco kürzlich Portugal als Träger der mediterranen Ernährung anerkannte. Da wir es lieben, Gäste zu empfangen, und das Zusammensein am Esstisch genießen, wird aus jeder Mahlzeit ein Moment des Teilens.


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